Nationaler Veteranentag: Respekt, Anerkennung und Wertschätzung

Verantwortung, Kameradschaft, Teamgeist und Verlässlichkeit prägen viele Soldatinnen und Soldaten weit über ihre aktive Dienstzeit hinaus. Anlässlich des Nationalen Veteranentags haben wir mit Thomas Fleischer, Teamlead Cybersecurity Consulting infodas, über seinen Weg von der Bundeswehr in die Cybersecurity gesprochen. Im Interview erzählt er, welche Erfahrungen ihn bis heute begleiten, welche Parallelen er zwischen beiden Welten sieht und warum der Veteranentag für ihn eine besondere Bedeutung hat.

Thomas, Du hast viele Jahre bei der Bundeswehr gedient. Welche Stationen haben Dich besonders geprägt?

Ich habe die klassische Laufbahn eines Artillerieoffiziers im Truppendienst durchlaufen. Dabei war ich unter anderem Zugführer eines Raketenwerfer MARS Zuges, stellvertretender Batteriechef sowie S3 Offizier, Verbindungsoffizier und stellvertretender Informationssicherheitsbeauftragter im Artilleriebataillon 131 in Weiden in der Oberpfalz.

Besonders prägend waren für mich die Führungsverantwortung für Soldatinnen und Soldaten, die Planung und Durchführung von Übungen und Einsätzen sowie die Zusammenarbeit mit nationalen und multinationalen Partnern. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Verantwortung, Zusammenhalt, Teamarbeit und Führung nachhaltig geprägt.

Worauf blickst Du aus Deiner Zeit bei der Bundeswehr heute besonders stolz zurück?

Besonders stolz bin ich auf die erfolgreiche Planung und Durchführung eines Auslandseinsatzes im Kosovo. Am wichtigsten ist für mich dabei, dass alle 130 Kameradinnen und Kameraden meiner Einheit gesund nach Hause zurückgekehrt sind. Ebenso prägend war die Planung der deutschen Beteiligung an der damals größten multinationalen Artillerieübung seit dem Kalten Krieg mit 26 Partnernationen und rund 3.700 Soldatinnen und Soldaten.

Eine besondere Anerkennung war für mich das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber. Dabei steht für mich weniger die Auszeichnung selbst im Vordergrund. Viel wichtiger ist die Bestätigung, dass Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Engagement für die Einheit und die Kameraden wahrgenommen wurden.

Warum hast Du Dich für den Wechsel in die zivile Wirtschaft und später für den Bereich Cybersecurity entschieden?

Der Wechsel in die zivile Wirtschaft hatte vor allem familiäre Gründe. Durch Übungen, Lehrgänge, Auslandseinsätze und weitere dienstliche Verpflichtungen war ich viele Jahre häufig unterwegs. Deshalb war es mir wichtig, einen beruflichen Weg einzuschlagen, der mir mehr Zeit mit meiner Familie ermöglicht – bei der infodas kann ich beides in Einklang bringen.

Gleichzeitig habe ich als stellvertretender Informationssicherheitsbeauftragter erkannt, welche Bedeutung Informationssicherheit in einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt hat. Diese Aufgabe hat mein Interesse an Cybersecurity geweckt und mir gezeigt, wie spannend und relevant das Thema ist.

Heute kann ich meine bisherigen Erfahrungen einbringen und mich gleichzeitig in einem Bereich weiterentwickeln, der einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Organisationen und kritischen Infrastrukturen leistet.

Thomas Fleischer, Teamlead Cybersecurity Consulting infodas

Welche Erfahrungen aus Deiner Zeit bei der Bundeswehr begleiten Dich bis heute?

Vor allem Kameradschaft, Teamgeist, Wertschätzung und Durchhaltevermögen. Bei der Bundeswehr habe ich gelernt, auch unter Druck ruhig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit unterschiedlichen Persönlichkeiten auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Diese Erfahrungen begleiten mich bis heute und helfen mir im täglichen Berufsalltag.

Wie prägen diese Erfahrungen Deine Arbeit als Teamlead Cybersecurity Consulting bei infodas?

In meiner heutigen Rolle spielen viele dieser Erfahrungen weiterhin eine wichtige Rolle. Führung bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und Menschen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu entfalten.

Gleichzeitig habe ich gelernt, dass sich Erwartungen an Führung und Zusammenarbeit verändern. Gerade jüngere Generationen haben oft andere Vorstellungen von Kommunikation, Feedback und Arbeitskultur. Das sehe ich als Chance. Deshalb habe ich meinen Führungsstil weiterentwickelt, ohne dabei Werte wie Verlässlichkeit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein aus den Augen zu verlieren.

Welche Parallelen siehst Du zwischen Deinem damaligen Auftrag bei der Bundeswehr und Deiner heutigen Tätigkeit?

Die größte Parallele ist, dass es in beiden Rollen darum geht, Orientierung zu geben und Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Früher für militärische Einheiten und Verbände, heute für Organisationen und Institutionen im Cyberraum. Die Herausforderungen sind andere, die Prinzipien dieselben.

Welche Bedeutung hat der Veteranentag für Dich persönlich?

Der Veteranentag hat für mich eine große Bedeutung. Auch nach meinem Ausscheiden aus der Bundeswehr fühle ich mich den deutschen Streitkräften und unseren Bündnispartnern weiterhin eng verbunden. Gerade in der heutigen sicherheitspolitisch herausfordernden und zunehmend instabilen Welt ist eine leistungsfähige und wehrhafte Bundeswehr von zentraler Bedeutung. Dazu gehören für mich nicht nur die aktiven Soldatinnen und Soldaten, sondern auch eine starke Reserve.

Der Tag bietet die Möglichkeit, die Leistungen der Menschen sichtbar zu machen, die sich in den Dienst unseres Landes gestellt haben. Ich bin überzeugt, dass Menschen, die Verantwortung für die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands tragen, Respekt, Anerkennung und Wertschätzung für ihren Einsatz verdienen.

Was würdest du jungen Soldatinnen und Soldaten gerne mit auf den Weg geben?

Setzt euch klare Ziele und verfolgt diese mit Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative und Ausdauer. Seid bereit, Verantwortung zu übernehmen, eure Komfortzone zu verlassen und an Herausforderungen zu wachsen. Genauso wichtig ist es, sich regelmäßig selbst zu reflektieren, aus Fehlern zu lernen und offen für neue Perspektiven zu bleiben. Die Zeit bei der Bundeswehr bietet viele Chancen für die persönliche und berufliche Entwicklung. Nutzt sie.

Mein besonderer Wunsch gilt allen aktiven Soldatinnen und Soldaten, insbesondere den Kameradinnen und Kameraden in den Auslandseinsätzen. Kommt gesund von euren Aufträgen zurück, trefft die richtigen Entscheidungen in schwierigen Situationen und habt immer das Quäntchen Soldatenglück an eurer Seite.